Wer das erste Mal die Mönche zur Liturgie einziehen sieht und ihrem beruhigenden Gesang zulauscht, mag fasziniert sein vom Phänomen Mönchtum. Aber das Leben als Mönch ist mehr als nur ein Gefühl.
Wer Mönch werden will, der muß sich zuerst selbst kennen lernen und sich prüfen lassen.
Nachdem er seinen Wunsch schriftlich gegenüber der Klosterleitung geäußert hat und die Gemeinschaft diesen Wunsch zustimmt beginnt die Zeit des Postulates. Für mehrere Monate lebt der Kandidat zivil mit und teilt das Leben mit den Mönchen.
Stimmt die Gemeinschaft dem Noviziat zu, so beginnt eine kanonisch genau auf ein Jahr festgesetzte Zeit, in der der Novize die Regel des Hl. Benedikt genau studiert und verschiedene Erfahrungen in der Gemeinschaft macht. In der Zeit des Noviziates prüft sowohl der Novize seine Berufung als auch die Gemeinschaft die Eignung des Novizen.
Nach Ablauf des Noviziatsjahres bindet sich der Novize zunächst auf drei Jahre an die Gemeinschaft. Auch in dieser Zeit der zeitlichen Profess wird der "junge" Mitbruder begleitet und prüft sich, ob er sein Leben als Mönch auf Dauer in dieser Gemeinschaft führen kann.
Am Ende eines mehr als vier Jahre dauernden Prozesses kann sich der Kandidat in der feierlichen Profess ein Leben lang an ein Leben der Gottsuche in dieser konkreten Gemeinschaft binden.