Das Archiv im Stift St. Peter

Das Stiftsarchiv der Erzabtei St. Peter ist eines der ältesten Archive Österreichs mit Aufzeichnungen vom 8. bis zum 20. Jahrhundert

Das Stiftsarchiv der Erzabtei St. Peter in Salzburg dient der Verwaltung des Stiftes und der Erforschung seiner Geschichte. Zudem ist es eine Anlaufstelle bei landes- und personengeschichtlichen Fragen und unterstützt wissenschaftliche Projekte.

  • Archivbestände
    Urkunden, Handschriften, Akten, Deposita, Sammlungen
  • Geschichte des Archivs
    Mittelalter, Neuzeit, 20./21. Jahrhundert, Das Archiv in Zahlen, Stiftsarchivare
  • Service
    Literatur, Hilfs- und Findmittel, Online Services und Partner, Benützungsordnung und Formulare, Zitierweise
  • Kontakt
    Anreise, Stiftsarchivar

Archivbestände

1. Urkundenreihe (ab 1006, ca. 5.150 Signaturen) (http://monasterium.net/...)

2. Handschriftenreihe A (ab 784, ca. 1040 Signaturen, buchförmige Archivalien, insbesondere Chroniken, Tagebücher, Protokolle, Nekrologe, Inventare, Rechnungsbücher) (http://manuscripta.at/...)

3. Handschriftenreihe B (ab 1215, ca. 1.400 Signaturen, Amtsbücher der Grundherrschaft und Wirtschaftsverwaltung)

3.1. Gesamturbare
3.2. Teilurbare
3.3. Weistümer
3.4. Kopialbücher
3.5. Urbargerichtsprotokolle
3.6. Notelbücher
3.7. Amtsbücher des Hofrichteramts
3.8. Waldbücher
3.9. Ausstandsregister
3.10. Stift- und Anlaitlibelle
3.11. Weihsteuerlisten
3.12. Sonstige Bücher

4. Akten-Altbestand (ab 15. Jh. bis ca. 1958, ca. 3.000 Signaturen, Unterlagen und Korrespondenzen der Äbte, der Konventualen, der Kämmerei und anderer Verwaltungsstellen des Stiftes sowie Akten der Grundherrschaft)

5. Akten-Neubestand (ab ca. 1958, ca. 700 Signaturen, Unterlagen aus dem Hoheitsbereich und der Wirtschaftsverwaltung des Klosters sowie seiner Werke, teilweise Schutzfrist laufend)

5.1. Abtei
5.2. Konvent
5.3. Kirchen
5.4. Kämmerei
5.5. Archiv, Bibliothek und Sammlungen
5.6. Werke
5.7. Oblaten
5.8. Nicht-klösterliche Betreffe

6. Dezentrale Archivkörper und Deposita

6.1. Pfarrarchiv Abtenau (PAA)
6.2. Urbaramtsarchiv Abtenau
6.3. Archiv Maria Plain
6.4. Pfarrarchiv Russbach
6.5. Propsteiarchiv Wieting
6.6. Archiv der Österreichischen Benediktinerkongregation (ÖBenK)
6.7. Archiv der Salzburger Äbtekonferenz (SÄK)

7. Plansammlung (ab ca. 1600, ca. 800 Signaturen, Pläne, Karten, Risse und Skizzen)

8. Fotosammlung (ab ca. 1860, Fotonachlässe und thematische Sammlungen)

8.1. Fotonachlässe
8.2. Fotos betr. St. Peter
8.3. Fotos betr. Stiftspfarren
8.4. Foto-Sondersammlungen

9. Sondersammlungen (derzeit eingeschränkt benützbar)

9.1. Bildchen (insbes. Sterbe- und Priesterbildchen)
9.2. Postkarten
9.3. Briefmarken
9.4. Fragmente
9.5. Plakate
9.6. Siegelstempel, Typare, Stempel

Geschichte des Archivs

Mittelalter

Das Archiv der Erzabtei St. Peter verwahrt unter anderem die Aufzeichnungen der Äbte, des Konvents und der Wirtschaftsverwaltung des um 696 gegründeten Klosters.

Mit dem Salzburger Verbrüderungsbuch besitzt St. Peter ein wertvolles Schriftzeugnis des Frühmittelalters, das 2014 von der UNESCO in das Österreichische Nationale Memory of the World Register aufgenommen wurde.

Die älteste Originalurkunde im Stiftsarchiv St. Peter stammt aus dem frühen 11. Jahrhundert. Die Urkunden dienten der Absicherung des Besitzes und der Rechte des Klosters, sie waren Teil des Klosterschatzes und ihre Verwahrung oblag bis ins 20. Jahrhundert den Äbten.

Ein erstes Urkundenverzeichnis ist in einer liturgischen Handschrift des späten 12. Jahrhunderts überliefert. Weitere Archivfindmittel wurden ab dem späten 15. Jahrhundert erstellt.

Neuzeit

Ab dem 18. Jahrhundert vertrauten die Äbte die Pflege und Erschließung des Archivs einzelnen Mönchen an. Unter den neuzeitlichen Mönchen, die im Archiv Quellenstudien betrieben, waren Gelehrte und Historiker wie die Brüder Mezger, Bernhard Viechter, Korbinian Gärtner und Abt Willibald Hauthaler. Die Äbte Amand Pachler, Beda Seeauer und Albert Nagnzaun legten jeweils umfassende Inventare an.

Abt Dominikus Hagenauer, ein Jugendfreund von Wolfgang Amadeus Mozart, verfasste ein 7-bändiges Tagebuch, welches im Stiftsarchiv aufbewahrt wird und seit 2009 in Edition vorliegt. 2018 wurde es von der UNESCO in das Österreichische Nationale Memory of the World Register aufgenommen.

Um 1800 unternahmen einzelne Mönche weite Studienreisen und hielten ihre Eindrücke schriftlich fest, die zum Teil bereits ediert sind.

Die Rotelsammlung von St Peter ist eine herausragende personengeschichtliche Quelle für die Frühe Neuzeit. Sie ist die umfangreichste ihrer Art in Bayern und Österreich.

20./21. Jahrhundert

1942 bis 1948 waren die Bestände des Stiftsarchivs beschlagnahmt und gehörten zum Salzburger Landesarchiv. Die beiden Archivare Dr. Franz Martin und Dr. Herbert Klein entwarfen eine grundlegend neue, bis heute gültige Bestandsordnung. Während des Krieges wurden die älteren und wertvollsten Archivalien zum Schutz vor Bombenangriffen in Sicherheit gebracht.

Die Rückgabe des Archivs an das Stift erfolgte 1948. Einzelne Archivalien fanden erst Jahre oder Jahrzehnte später den Weg zurück nach St. Peter. Die Bemühungen um Rückführung von „lost-art“-Objekten sind noch nicht abgeschlossen, sodass das Archiv St. Peter nach wie vor um konkrete Hinweise bittet. (www.salzburg-geschichte-kultur.at)

Das Archiv in Zahlen

Die Archivräumlichkeiten wurden 2007 erweitert und modernisiert. An der Erschließung der Bestände mittels EDV wird kontinuierlich gearbeitet. Derzeit verwaltet das Archiv der Erzabtei St. Peter rund 1.000 lfm Urkunden, Handschriften, Akten und andere Objekte. Zu deren Erforschung werden regelmäßig eigene oder Kooperations-Projekte umgesetzt und Veranstaltungen durchgeführt.

Die Aufgaben und Tätigkeiten  sind in der geltenden Archivordnung beschrieben. Grundlage für die Benützung ist die geltende Benützungs- und Reproduktionsordnung.

Die Stiftsarchivare von St. Peter in den vergangenen 100 Jahren

  • P. Josef von Strasser (1910–1935)
  • P. Amand Bentze (1935–1941)
  • Franz Martin/Herbert Klein (1942–1945, Landes-/Reichsgauarchiv)
  • P. Friedrich Hermann (1946–1997)
  • Adolf Hahnl (1969–1997)
  • P. Korbinian Birnbacher (1997–2013)
  • Helga Penz (2004–2007)
  • Gerald Hirtner (seit 2007)

Service

Literatur

Adolf Hahnl, Plus librorum. Beiträge von Adolf Hahnl zur Salzburger Kunstgeschichte. Salzburg 2013.

Karl Friedrich Hermann / Adolf Hahnl, Salzburg, St. Peter. In: Die Benediktinischen Mönchs- und Nonnenklöster in Österreich und Südtirol. St. Ottilien 2002, S. 263–408 [bes. S. 402–405]. (= Germania Benedictina III-3)

Karl Friedrich Hermann, Profeßbuch der Benediktiner=Erzabtei St. Peter in Salzburg. 1. Ergänzung (1856–1901). In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 100 (1960) S. 401–429.

Gerald Hirtner, Das Stiftsarchiv St. Peter in der NS-Zeit. In: Österreichs Archive unter dem Hakenkreuz. Wien 2010, S. 708–719. (= Mitteilungen des Österr. Staatsarchivs 54)

Aegidius Kolb (Hg.), Festschrift St. Peter zu Salzburg 582–1982. Salzburg 1982.

Pirmin Lindner, Professbuch der Benediktiner-Abtei St. Peter in Salzburg (1419–1856). In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 46 (1906) S. 1–328.

[Beda Seeauer / Bernhard Viechter], Novissimum Chronicon antiqui monasterii ad sanctum Petrum Salisburgi ordinis sancti Benedicti. Augsburg–Innsbruck 1772.

Hans Tietze (Bearb.), Die Denkmale des Benediktinerstiftes St. Peter in Salzburg. Wien 1913. (Österreichische Kunsttopographie 12)

Hilfs- und Findmittel

Online Services und Partner

Benützungsordnung und Formulare

Zitierweise

Die für das Archiv der Erzabtei St. Peter gebräuchlichen Kürzel lauten ASP, ASPS, AT-StiASP, AT-STPET.

Kontakt

Anreise

Die Benützung des Archivs ist nach rechtzeitiger, vorzugsweise schriftlicher Terminvereinbarung möglich.

Von mehreren öffentlichen Bushaltestellen ist das Archiv in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Die nächstgelegene Parkmöglichkeit befindet sich in der Mönchsberggarage Mitte, Ausgang Toscaninihof.

Der Eingang zum Archiv befindet sich im Mühlenhof von St. Peter gegenüber der Stiftsbäckerei.