Anregungen in Krisenzeiten

31.03.20

Eine Leseempfehlung des Stiftsarchivars aus besonderem Anlass.

Die sogenannte italienische Apokalypse begann in den Jahren 1630/31. „Der Barockstil in bildender Kunst und Musik hat in Rom schon seine ersten Schritte gemacht. Da bricht die Pest über Norditalien herein. Sie fordert Hunderttausende von Opfern; in den Städten stirbt bis die Hälfte der Bevölkerung. Süditalien wird ein Vierteljahrhundert später in ähnlichem Ausmaß von der Seuche betroffen, kleinere Pestwellen folgen noch bis ins 18. Jahrhundert hinein. […] Noch viel katastrophaler wirkte sich auf lange Sicht aber die große Wirtschaftskrise dieser Zeit aus. Das im Mittelalter in Europa bedeutendste Wirtschaftsimperium, das die Italiener in Gewerbe, Handel und Finanzgeschäften aufgebaut hatten, bricht, nachdem bereits um 1600 ein Niedergang eingesetzt hatte, nun infolge der Pest fast völlig zusammen. […] Aber aus der Asche erhob sich ein Phönix, mit jetzt bunteren Federn. Auf anderen Schwerpunkten als den bisherigen wurde Italien nämlich wiederum innovativ und führend.“

Welche Maßnahmen Italien in der Barockzeit aus der Krise halfen und überdies „was wir vom Barock lernen können“, das hat der Schweizer Historiker Peter Hersche in lesenswerter Form zusammengefasst. Die Quintessenz seiner Überlegungen lautet „Gelassenheit und Lebensfreude“. Eine bereichernde Lektüre, nicht nur in Zeiten der Krise.

Peter Hersche, Gelassenheit und Lebensfreude. Was wir vom Barock lernen können. Freiburg i. Br. 2011. ISBN: 978-3-451-33661-4

Der Verlag bietet unter https://media.herder.de/leseprobe/978-3-451-33661-4/html5.html eine Leseprobe an.