Darstellung des Herrn 2021

02.02.21

40 Tage nach Weihnachten feiert die Kirche das Fest Darstellung des Herrn, im Volksmund immer noch gerne Maria Lichtmess genannt. Bis zu den Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils bezeichnetet dieses Fest den Endpunkt der Weihnachtszeit.

Traditionell haben wir an diesem Morgen zu Beginn der Konventsmesse die Kerzen gesegnet. Ganz neu war heuer der Ort dafür ausgewählt. Im 1. Stock der Klausur zeigt ein Altar, ein ehemaliger Seitenaltar der Marienkapelle, das heutige Festgeheimnis. Dort haben wir uns versammelt und sind dann betend und singend durch den Kreuzgang in die Marienkapelle gezogen.

Inhaltlich und vor allem bibeltheologisch gesehen steht das Fest natürlich in engster Verbindung zu Weihnachten. Das Lukas-Evangelium berichtet davon, dass die Eltern Jesu das Kind nach dem Gesetz des Moses am vierzigsten Tag nach seiner Geburt dem Herrn im Tempel mit Opfergaben darbringen und sich Maria der vorgeschriebenen Reinigung unterzieht. Jesus steht hier ganz in der Tradition seines Volkes. Jede männliche Erstgeburt gehört dem Herrn, bei Mensch und Tier. Bei der Darbringung im Tempel kommt es zu zwei sehr berührenden Begegnungen. Der Greis Simeon und die Prophetin Hanna warten sehnsüchtig auf die Ankunft des verheißenen Messias im Tempel. Beide dürfen in dem kleinen Kind Jesus den Heiland, das Licht der Völker erkennen. Simeon drückt seine Freude über die Begegnung in bewegenden Worten aus: Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen….

Jeden Abend steht dieser Text ganz zentral im letzten gemeinsamen Stundengebet der Kirche, der Komplet. Gott lässt auch uns sein Heil schauen…immer wieder, immer neu, oft verborgen und doch bewegend und verändernd.

Einige Eindrücke finden Sie hier.