Erzabt Jakob segnet Erinnerungstafel in Oberwanger Konradskirche

31.07.25

Am 31. Juli 2025 segnete Erzabt Jakob Auer OSB in der Oberwanger Konradskirche eine Marmortafel, die an eine benediktinische Laiengemeinschaft von Frauen erinnert.

Gegen Ende des Ersten Weltkrieges trafen sich regelmäßig einige junge Frauen - meist Gymnasialprofessorinnen oder Ärztinnen - im Seitenstettener Hof in Wien, um unter der geistlichenBegleitung von P. Jakobus Reimer OSB von Seitenstetten eine neue, freie, gemeinschaftliche Form benediktinischer Spiritualität zu erproben. Reimer, später von 1931 bis 1956 Erzabt von St. Peter in Salzburg, prägte diese Gemeinschaft bis zu seinem Tod 1958 sehr stark unter dem Gedanken von Sühne, Vergebung und Frieden. 

Da es sich bei dieser benediktinischen Laiengemeinschaftl um eine absolut private Initiative handelte, wurde dieses „geistliche Experiment“ gemeinschaftlichen Lebens nie in eine kirchlich anerkannte, d. h. kanonisch errichtete Form gebracht. „Berühmtestes“ Mitglied dieser Gemeinschaft war, wenn man so will, die renommierte, international bekannte Künstlerin Lydia Roppolt. Im so genannte „Konradsheim“, das ab den 1920-er Jahren der Gemeinschaft in Oberwang als bescheidenes Domzildiente, trafen sich die Mitglieder immer um den 25./26. Juli zur jährlichen Erneuerung ihrer Versprechen. Als Reimer später als Erzabt vom NS-Regime vertrieben wurde, fand der Gauverwiesene von 1942 bis 1945 in eben diesem Konradsheim Unterschlupf. Hier, wo er sich nach seiner freien Resignation ab 1956 zurückzog und von den Schwestern liebevoll gepflegt wurde, starb er auch am 7. Oktober 1958.

Da sich diese Schwestern, die zweifelsohne ein echtes benediktnisches Gemeinschaftsleben geführt haben, letztlich aber nicht zu einer kanonischen Form Gott geweihten Lebens durchringen konnten, endete diese Gemeinschaft mit dem Tod ihrer letzten Schwester.Damit die Namen dieser benediktinischen Schwestern nicht in Vergessenheit geraten, sind sie nun alle auf einer Marmortafel verzeichnet, die nun in der Nähe des Grabes der „Gründeroberin“ Emma Agnes Roppolt, der Ziehmutter von Lydia, aufgestellt ist.

Die Erzabtei St. Peter errichtete diese Marmortafel auf Initiative von Frau Lotte Lepschy, die einst als Ziehkind in dieser Gemeinschaft aufwuchs, in Erinnerung an diese Gemeinschaft und ihren Gründer Erzabt Jakobus Reimer OSB. Sie dankt auch Bischof Maximilian Aichern OSB sowie der Pfarre Oberwang mit Pfarrer Thomas Lechner, dass es möglich war, diese Erinnerungstafel in der Konradskirche von Oberwang aufzustellen.